Am Donnerstag, den 26. November 2026 hält Prof. Dr. Klaus Grewe, wissenschaftlicher Leiter des Römerkanal-Informationszentrum in Rheinbach, einen Vortrag über „Der schöne Stein vom Rhein. Vom Kalksinter der römischen Eifelwasserleitung zum Aquäduktmarmor romanischer Kirchen”.
Vor fast zweitausend Jahren – vermutlich zwischen 80 und 90 n. Chr. – hatten die Römer ihre große Eifelwasserleitung gebaut, um ihre Colonia Claudia Ara Agrippinensium, das heutige Köln, tagtäglich mit 20 Millionen Liter reinsten Quellwassers zu versorgen. Da die Quellen dieses Aquäduktes in der Nordeifel schön verteilt im Gebiet der Sötenicher Kalkmulde lagen, lieferten sie entsprechend kalkhaltiges Wasser. Das wiederum führte zu Ablagerungen, die durch Ausfällung des Kalkes beim Transport des Wassers entstanden – ein Vorgang, der den Verkalkungen in der häuslichen Kaffeemaschine sehr ähnlich ist. In der Eifelwasserleitung waren im Laufe der fast zweihundertjährigen Betriebszeit bis zu 30 cm starke Versinterungsschichten entstanden, die den Durchlauf des Wassers allerdings nicht behinderten, da die Römer mit großem Querschnitt – also auf „Zuwachs“ – gebaut hatten.
Im hohen Mittelalter hat man diesen seltenen Stein gebrochen, da sich unter der Hand von Steinmetzen daraus marmorähnliche Säulen, Altarplatten usw. herstellen ließen. Wegen seines wunderschönen Farbenspiels und seiner feinen Marmorierung wurde der Aquäduktmarmor zum begehrten Schmuckstein der Romanik. Werkstücke aus diesem Material finden sich in fast allen romanischen Kirchen des Rheinlandesund weit darüber hinaus. Selbst Kirchen in den Niederlanden, in England, Dänemark und Schweden sind mit Aquäduktmarmor aus der Eifel verschönert worden.
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